Heldin des Quartals – Ulrike Hans

Ulrike Hans, die als Sprachgestalterin an der Freien Hochschule Stuttgart arbeitet, hatte das erste Mal im Jahr 2016 Kontakt zu SEKEM. Dies kam daher, dass Selma Abouleish, jüngste Tochter von Helmy Abouleish, an einem von Ulrikes Kursen teilnahm. „Selma hatte den Wunsch, mit dem Kurs zusammen etwas in SEKEM zu machen“, erinnert sich Ulrike. „Das waren alles sehr taffe, engagierte junge Leute.“ Es entstand die Idee, einen Spielplatz für die SEKEM-Schule zu bauen. Der deutsche SEKEM Verein hatte sich schon länger einen Studierendenaustausch als Ziel gesetzt und arbeitete nun intensiv an der Umsetzung dieses Vorhabens. Zur Betreuung des Projektes wurde daraufhin eine Person gesucht, die von Dozenten-Seite aus die Organisation übernimmt. Angespornt durch ihr Interesse für SEKEM, das auch durch einen Vortrag der SEKEM Freunde Deutschland geweckt wurde, meldete sich Ulrike für diese Aufgabe, schrieb Stiftungsanträge und warb zusammen mit den StudentInnen und dem Verein Sponsoren-Gelder ein. Ulrike leistete zusammen mit den deutschen SEKEM Freunden erfolgreiche Vermittlungsarbeit und die Stadt Stuttgart unterstützte im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Kairo das Vorhaben finanziell sowie materiell. Selma Abouleish übernahm die Verbindung zu SEKEM. Im Juni 2016 machte sich die Gruppe, die aus rund 15 Personen bestand, für zwei Wochen auf den Weg nach SEKEM. Zwar waren in Ägypten zu der Zeit Sommerferien, sodass die SchülerInnen gar nicht auf der Farm waren, doch schritt die dynamische Gruppe sofort fleißig zur Tat und baute nach ihrem Plan, den sie bereits vorher angefertigt hatten, den Spielplatz.

Dieses erste Projekt (mehr Infos dazu hier) lief so gut und hat allen Beteiligten so gut gefallen, dass schnell klar war, dass es weitere Projekte der Art geben soll – in Zusammenarbeit mit den deutschen SEKEM Freunden. Ulrike engagiert sich stark in der Förderung der Kunst- und Kulturprojekte, die an der Freien Hochschule Stuttgart zum Lehrplan gehören. Sie rückt dabei besonders gerne SEKEM in den Fokus der Aufmerksamkeit der Studierenden. Nach drei Jahren Pause war es dann wieder soweit, dass sich an der Hochschule eine Gruppe zusammengefunden hat, die im Rahmen des jährlichen Kulturprojektes nach SEKEM fahren wollte.  2019 wurde nicht wieder etwas gebaut, sondern in Kooperation mit SEKEM eine „Summer School“ entwickelt. Die ägyptischen Kinder, die zu der Zeit wieder in den Sommerferien waren, hatten dank dieses Projektes die Möglichkeit, trotzdem in die Schule zu kommen und dort vormittags beispielsweise sportliche Aktivitäten wie Akrobatik, Jonglage oder Slackline und Kunsthandwerkliches wie Basteln und Filzen oder Maskenbau zusammen mit den deutschen StudentInnen zu praktizieren. All diese Angebote machten den SchülerInnen nicht nur Spaß, sondern dienten auch der individuellen Potenzialentfaltung.

Mit StudentInnen künstlerisch in den Bereichen Sprechkunst und Schauspiel arbeiten zu dürfen, ist für Ulrike ein Traumberuf. Kurse wie jene, die sie anbietet, werden auch von den deutschen Studierenden sehr geschätzt und sind laut eigenen Aussagen eines der wichtigsten Teile ihrer Ausbildung, da sie ihnen die Kraft, Kreativität und Selbstvertrauen gegeben haben, um später in den Waldorfschulen als LehrerInnen weiter handeln zu können. Die künstlerische Arbeit kann für alle Menschen ein wichtiger Teil des lebenslangen Lernens und der Potenzialentfaltung sein, weshalb das Core Program ein so immens wichtiger Teil SEKEMs ist.

Es ist Ulrikes Ziel – und auch das Ziel des deutschen SEKEM Vereins – immer wieder zu erreichen, dass Gruppen der Freien Hochschule nach SEKEM fahren: „Ich habe den Eindruck, dass das sehr viel Bewusstsein schafft bei den Studierenden. SEKEM erweckt das Verständnis und Bewusstsein dafür, dass nichts unmöglich ist, wenn man es anpackt. Das finde ich als Botschaft für die heutigen jungen Menschen ganz wichtig, weil wir täglich mit so vielen schwierigen Themen, wie zum Beispiel der Klima-Thematik, konfrontiert sind. SEKEM zeigt, dass jeder an seinem Platz etwas tun kann und daraus sogar etwas richtig Großes entstehen kann. SEKEM ist eine Landschaft gewordene Botschaft!“

Allein für diese wunderschönen Worte verdient Ulrike Hans es, unsere Heldin des Quartals zu sein!