Alles für die Biolandwirtschaft: Entwicklungen im Wissenshub

Das Projekt des Wissenshubs für ökologischen Landbau in Nordafrika (Knowledge Hub for Organic Agriculture in North Africa/KHNA) läuft nun seit 2,5 Jahren und ist inzwischen richtig durchgestartet. So wurden beispielsweise bereits über 400 MultiplikatorInnen geschult, über 100 Wissensprodukte zur Verfügung gestellt und unsere Partner haben sich mit über 60 anderen Organisationen vernetzt.

Neue Projektphase – auf geht’s

Im Januar 2023 beginnt unsere neue Projektphase, die bis Dezember 2024 laufen wird. Bei erfolgreicher Durchführung ist sogar eine weitere Verlängerung geplant. Die Vorbereitungen der neuen Phase haben unser Koordinationsteam vom Verein sowie natürlich die Partner vor Ort in Nordafrika ganz schön auf Trapp gehalten. So galt es unter anderem, die inhaltliche strategische Ausrichtung der kommenden zwei Jahre zu erarbeiten.

Für die gemeinsame Planung traf sich das KHNA-Team Anfang September 2022 in Rabat, Marokko. Wieder einmal zeigte sich, dass persönliche physische Treffen enorm wichtig für die Zusammenarbeit und das Teambuilding sind. Neben zwei intensiven Arbeitstagen standen auch ein Exkursionstag zu drei verschiedenen Farmen sowie eine offizielle KHNA-Konferenz auf dem Programm. Zu der Konferenz, die in der eindrucksvollen Nationalbibliothek von Rabat stattfand, waren u.a. Vertreter verschiedener Organisationen, der lokalen Politik sowie der nationalen Medien eingeladen. Zu Gast waren auch unsere marokkanischen KHNA-MultiplikatorInnen, die eine zentrale Rolle in unserem Projekt spielen: Sie werden in unseren Trainings geschult und geben ihr Wissen rund um die Biolandwirtschaft an zahlreiche Menschen in ihrem Umkreis weiter. So tragen sie einen integralen Teil dazu bei, dass unser Slogan „Let the knowledge flow“ Realität wird! Bei einer Ausstellung im Foyer der Bibliothek präsentierten sie mithilfe bebilderter Plakate ihre beeindruckenden Projekte.

Economy of Love und Carbon Credits – ein Modell für ganz Nordafrika

Unsere ägyptische Kollegin Naglaa Ahmed stellte dem interessierten Publikum zudem das von SEKEM entwickelte Carbon Credit Model vor. Mit diesem Modell schafft SEKEM Anreize für LandwirtInnen, die Economy of Love-Standards einzuhalten, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und zur Kohlenstoffbindung auf ihren Farmen beizutragen. Die LandwirtInnen erhöhen ihr Einkommen, indem sie das eingesparte CO2 in Form von Zertifikaten an Unternehmen verkaufen, die ihre Emissionen kompensieren wollen.  Ziel ist es, dieses Modell im Rahmen des Projekts in ganz Nordafrika zu verbreiten.

Voneinander lernen – das Netzwerktreffen

Ein weiteres Projekt-Highlight dieses Jahres war das Netzwerktreffen, das jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH veranstaltet wird, um den verschiedenen Wissenshubs einen bereichernden Austausch und intensives gemeinsames Arbeiten zu ermöglichen. KHNA ist einer von fünf Wissenshubs des afrikaweiten Projekts „Wissenszentrum für ökologischen Landbau in Afrika“. Eine ganze Woche lang kamen im Juli und August ca. 50 KollegInnen aus vielen verschiedenen Ländern Afrikas in Deutschland zusammen, um an der Biofach – der weltweit größten Messe für Bioprodukte – und dem 4. GIZ-Netzwerktreffen in Schwäbisch Hall teilzunehmen.

Alle waren sich einig, dass dieses Erlebnis und der Austausch eine sehr besondere und bereichernde Erfahrung waren. Das Team aus unserer Kölner Geschäftsstelle war auch dabei und freute sich immens darüber, KollegInnen aus anderen Wissenshubs persönlich kennenzulernen und zu hören, wie andernorts die Umsetzung des Projekts läuft.

Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen und werden Sie über unseren Newsletter und auf unserer Webseite auf dem Laufenden halten.

Mehr zu dem Bio-Wissenshub erfahren Sie hier.